Klezmer-Musik, die jüdische Fest- und Tanzmusik, hat viele, zum Teil bis in biblische Zeiten
zurück reichende Wurzeln.
Sie erklang bereits seit dem 16. Jahrhundert in großen und kleinen Besetzungen in den jiddischsprachigen Gebieten Osteuropas.
Ein großes Ensemble setzte sich z.B. aus verschiedenen Geigen, Trompeten, einer Tuba, Klarinetten, hölzernen Querflöten, einer
kleinen Trommel und einem Bass zusammen.
Die „Klezmorim“ genannten Musiker reisten und musizierten häufig zusammen mit Roma-Musikern (Lautari) und übten großen
musikalischen und sprachlichen Einfluss aufeinander aus.
Die Kapellen waren im typischen „Shtetl“ Osteuropas weit verbreitet, wobei jede, den Melodien jeweils ihre eigenen Verzierungen,
Vorschläge, Glissandi und Schleifer nach dem persönlichen Geschmack hinzufügte.
Möglichst die menschliche Stimme nachahmend und mit Würde und Heiterkeit gespielt, so erhielt diese heterophone Musik ihren intensiven
„jüdischen“ Charakter, mitreißend und emotional berührend zugleich.
Heute ist sie so populär wie nie zuvor.
Kaum eine andere Musikrichtung hat in den vergangenen Jahren eine so große Vielfalt an neuen Gruppen und Interpretationsansätzen und die
Entwicklung einer immer farbigeren Szene erlebt.
Neben Gruppen mit traditioneller Ausrichtung finden sich solche, die Elemente des Jazz, Neuer Musik, HipHop, lateinamerikanischer Rhythmen
und anderer Folkrichtungen in ihr Spiel integrieren.
Da viele der traditionellen Melodien nur als einfache Noten mit wenigen Harmonisierungen überliefert sind, entsteht für Ensembles
der
Bedarf, neben einem persönlichen Stil auch eigene Arrangements zu entwickeln.
Dies ist z.B. beim „KlezWest“-Festival in Insul vom 23.Juni – 3.Juli 2011 möglich. Weitere Informationen dazu unter Festival-Programm.
Klezmer… es gibt viele offizielle
Begriffsbestimmungen
zu dieser Musik. Aber die Wahrheit ist, dass jeder von uns seine eigenen Erfahrungen mit Klezmer gemacht hat.
Mal todtraurig, mal überschäumend lebensfroh scheinen diese Melodien Geschichten zu erzählen, ja - auf diese ganz besondere Weise
mit uns zu sprechen und uns zu berühren.
Zurück bleibt immer ein Gefühl von Intensität…